Artikel aus "Studium"

Was mache ich eigentlich, wenn… ich ein Stipendium beantragen will?

Die Chancen, durch ein Stipendium das Studien-Sparschwein anzufüttern, stehen nicht nur für Einser-Abiturienten gut. Foto: Kroach/iStock

Die Chancen, durch ein Stipendium das Studien-Sparschwein anzufüttern, stehen nicht nur für Einser-Abiturienten gut. Foto: Kroach/iStock

Im Laufe des Studiums beschäftigen einen viele Fragen: Wie viel Geld darf ich eigentlich als Student dazuverdienen? Welche Möglichkeiten habe ich, wenn ich eine ungerechte Note bekommen habe? Und wie fülle ich einen Bafög-Antrag richtig aus? Im dritten Teil unserer Studentenfragen habe ich für euch die wichtigsten Antworten rund um das Thema Stipendien zusammengestellt: Wie finde ich das passende Stipendium und kann ich trotzdem Unterstützung beantragen, auch wenn ich keine BaföG-Förderberechtigung habe?

 

Habe ich überhaupt Chancen auf ein Stipendium, wenn meine Noten nicht im Einser-Bereich liegen?

 

„Stipendien werden nicht nur nach Schul- und Studiennoten vergeben, sondern nach Persönlichkeit und Engagement“, sagt Katja Urbatsch von der Initiative „Arbeiterkind.de„. Bist du in einem Sportverein, einem Chor oder in einer Hochschulgruppe aktiv? Auch diese und ähnliche Aktivitäten gelten als „ehrenamtliches Engagement“, mit dem du bei deiner Bewerbung punkten kannst. „Gehört man mit seinen Noten ins obere Drittel, hat man gute Chancen. Da kann auch mal ein Ausrutscher dabei sein, das Gesamtbild ist entscheidend“, so Urbatsch.

Lest passend dazu auch unseren Beitrag „Stipendien nicht nur für Superstars„.

 

Welche Stipendien gibt es?

 

Es gibt 13 große Begabtenförderwerke, hinter denen staatlich finanzierte Stiftungen vom Bildungsministerium stecken. Diese sind entweder politisch orientiert, konfessionell, gewerkschaftlich, unternehmerisch, weltanschaulich orientiert oder konfessionell und politisch unabhängig.

 

Neben den großen Stiftungen gibt es etliche kleine Stipendien für Studierende, die auch orts- oder fachgebunden vergeben werden. Es lohnt sich also, nach kleineren Stiftungen und Exoten zu recherchieren wie dem Nassauischen Zentralstudienfonds, der auf Herzog Wilhelm von Nassau zurückgeht und speziell für in Nassau Geborene eine Förderung bereithält.

 

Wie finde ich das für mich richtige Stipendium?

 

Grundsätzlich gilt: Alle Stiftungen verfolgen eine bestimmte Zielrichtung. Du solltest dich im Vorfeld also mit den Werten, Ansichten und Zielen der Stiftung auseinandersetzen und schauen, welche zu dir passen könnte. „Bei den politischen Stiftungen ist es nicht entscheidend, dass man selbst in einer Partei engagiert ist. Aber man sollte sich mit den grundlegenden Werten identifizieren können“, rät Katja Urbatsch.

 

Es gibt verschiedene Datenbanken, die dir die Suche nach einem geeigneten Stipendium erleichtern und deine Chancen auf eine Förderung einschätzen: www.mystipendium.de und www.e-fellows.net.

 

Welche Leistungen bekomme ich durch ein Stipendium?

 

Ein Stipendium unterstützt Studierende sowohl finanziell als auch ideell. Der Förderbetrag richtet sich nach der Höhe deines BAföGs und ist abhängig vom Einkommen der Eltern. Zurzeit beträgt die maximale Förderung durch ein Stipendium 597 Euro pro Monat. Dein Vorteil dabei: Dieser Betrag muss an die Stiftung nicht zurückgezahlt werden. Darüber hinaus erhalten alle Stipendiaten ein sogenanntes Büchergeld in Höhe von 300 Euro monatlich.

 

Ein Stipendium bietet auch in anderen Bereichen Unterstützung: „Oftmals hat man durch die Förderung einer Stiftung bessere Chancen auf Praktikumsplätze, knüpft frühzeitig wichtige Kontakte und kann sich im Rahmen von Seminaren weiterbilden“, sagt Katja Urbatsch.

 

Kann ich auch ein Stipendium beantragen, obwohl ich nicht BAföG-förderberechtigt bin?

 

Ja, auch ohne Förderberechtigung auf BAföG kannst du dich bei den Stiftungen für ein Stipendium bewerben und als finanzielle Förderung 300 Euro Büchergeld pro Monat erhalten.

 

Eine besondere Rolle nimmt hierbei auch das Deutschlandstipendium ein: Seit dem Sommersemester 2011 richtet sich dieses Stipendium an Studierende, die sich mit ihren Leistungen, ihrem Engagement oder ihrer Bedürftigkeit hervorheben. Das Deutschlandstipendium ist einkommensunabhängig und fördert Studierende mit 300 Euro monatlich. Die eine Hälfte wird dabei von privaten Förderern, die andere Hälfte vom Bund übernommen. Die Verteilung und Auswahl der Stipendien erfolgt über die Hochschulen.

 

Sind Mehrfach-Bewerbungen sinnvoll?

 

„Grundsätzlichen machen Mehrfach-Bewerbungen bei Stipendien Sinn, weil damit die Erfolgschancen steigen“, sagt Katja Urbatsch. Bei politischen Stiftungen, die einer Partei nahe stehen, solltet ihr das aufgrund der Glaubwürdigkeit jedoch vermeiden. Besser: Sich sowohl bei politisch als auch bei konfessionell und gewerkschaftlich orientierten Stiftungen bewerben.

 

Kann ich ein Stipendium auch ohne Abitur beantragen?

 

Ja, gerade für junge Menschen ohne Abitur ist das Aufstiegsstipendium (www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html) interessant, das von Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) vergeben wird und sich an Berufstätige wendet, die ihr erstes Hochschulstudium anstreben. Voraussetzung für eine Bewerbung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung sowie eine nachweisbare Berufserfahrung von zwei Jahren.

 

Bei einer Förderung durch das Aufstiegsstipendium erhaltet ihr eine monatliche Pauschale von 670 Euro, die einkommensunabhängig ist. Zusätzlich gibt es jeden Monat 80 Euro Büchergeld obendrauf.

 

 

 

Die wichtigsten Seiten zum Thema Stipendium:

 

www.stipendiumplus.de

 

www.arbeiterkind.de

 

www.stipendienlotse.de

 

Die UniFiliale auf FacebookAnregungen, Ergänzungen? Eure Meinung interessiert uns! Diskutiert mit uns auf Facebook.

Letztes Update: 24. Juni 2014

Weitersagen!