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Ich habe keine Ahnung von … Sorten und Devisen

Ich habe keine Ahnung von … Sorten und Devisen

Beim Umgang mit Fremdwährungen – hier fünf chinesische Yuan – ist vor einer Reise einiges zu bedenken. Foto: Jason Wesley Upton / Flickr

Dank der einheitlichen Euro-Währung ist das Umtauschen von Geld im Urlaub fast zur Seltenheit geworden. Wer sich jedoch für ein Ziel außerhalb des Euroraums entscheidet, muss auch weiterhin seine Ausgaben gut vorausplanen – und überlegen, wie er seinen Bargeldbedarf am besten deckt. Denn ganz ohne Scheine und Münzen wird es auch auf absehbare Zeit nur selten gehen. An dieser Stelle geben wir Euch daher Tipps, was ihr beim Reisegeld für den nächsten Urlaub beachten solltet.

 

Wirst Du über den Tisch gezogen?

Bargeld ist als Zahlungsmittel in vielen Ländern immer noch erste Wahl, auch wenn die Kreditkarte zunehmend an Akzeptanz in Geschäften und Restaurants gewinnt. Es stellt sich also die Frage: Soll ich das Geld lieber zuhause oder vor Ort wechseln? Und mit welchem Umtauschkurs muss ich ungefähr rechnen?

Letzteres beantworten die meisten Menschen heute, indem sie den aktuellen Wechselkurs im Internet ergoogeln. Für eine erste Orientierung ist das auch nützlich, allerdings verbirgt sich hier oftmals eine Quelle späterer Irritationen – denn der Kurs, den Google und die vielfältigen Währungsrechner ausspucken, ist meistens nicht der, den ihr tatsächlich bekommen werdet – unabhängig davon, wo ihr das Geld tauscht. Das heißt allerdings nicht, dass euch jemand übel mitspielt.

 

Je exotischer, desto aufwändiger ist die Bargeldbeschaffung

Um zu verstehen, warum der Währungsrechner nicht die gleiche Zahl nennt wie die Sparkasse oder ein anderer Finanzdienstleister eurer Wahl, hilft ein kurzer Ausflug in die internationale Finanzwelt. Dort unterscheidet man zwischen Sorten und Devisen. Entscheidend für den Tausch bei der Bank ist der Sortenkurs. Er gilt immer dann, wenn Bargeld gegen Bargeld – also Euro gegen Fremdwährung – getauscht wird.

In den Online-Währungsrechnern und in den Nachrichten werden jedoch häufig die amtlichen Devisenkurse angegeben, die lediglich zur Verrechnung dienen. Bei Devisen handelt es sich um unbare Forderungen in fremder Währung, also beispielsweise Schecks, Rechnungen oder aber auch Automatenverfügungen. Der Ankaufkurs für bares Geld in fremder Währung (Sorten) liegt über dem Devisenkurs, der Verkaufskurs darunter. Diese Differenz fängt einen Teil der Kosten für die Bank durch die Beschaffung und den Umgang mit Bargeld auf – beispielsweise auch die Versicherung der Geldtransporte. Bei exotischen Ländern sind diese Kosten für den Finanzdienstleister meist höher als bei den westlichen, häufig besuchten Staaten.

 

Alternativen parat haben

Der Wechsel ist in der Regel also am günstigsten, wenn man das Geld in der Landeswährung am Automaten vor Ort abhebt. Dabei wird der Kurs für Devisen angesetzt – schließlich erhält die ausländische Bank eure Euros ganz praktisch in der elektronischen Form.

In politisch stabilen und mit einer flächendeckenden Bargeldversorgung ausgestatteten Urlaubsländern (hier hilft oft ein Blick auf die Reisehinweise des auswärtigen Amts) solltet ihr daher zunächst nur ein Handgeld für den Erstkontakt (Bus, Taxi, Flughafen) vorab tauschen. Wenn ihr gar nichts in der Tasche habt, steht ihr am Flughafen möglicherweise vor einem defekten Automaten oder in einer unseriösen Wechselstube, die euch gleich mal ordentlich ausnimmt. Ohne Bargeld kann der Weg mit Gepäck zum Hostel sehr anstrengend sein.

Im Ausland solltet ihr nicht nur auf ein Zahlungsmittel vertrauen, sondern mindestens zwei dabei haben, zum Beispiel EC- und Kreditkarte (und diese getrennt aufbewahren – Stichwort Taschendiebstahl!). Reiseschecks sind dagegen weitgehend aus der Mode gekommen (und in Deutschland ab 2016 wahrscheinlich gar nicht mehr erhältlich – bei der Sparkasse Bremen schon jetzt nicht mehr!) und sind nicht mehr überall gerne gesehen. 15 Automatenverfügungen pro Jahr sind mit der Studentenkreditkarte der Sparkasse Bremen im Ausland übrigens kostenfrei.

 

Kleinere Restbestände ruhig fröhlich verjubeln

Im Urlaubsland angekommen solltet ihr am besten nur so viel Geld abheben, wie ihr benötigt, denn der Rücktausch im Heimatland lohnt sich nie. Es empfiehlt sich daher, das übrig gebliebene Geld entweder für kleine Souvenirs für Freunde und Verwandte auszugeben oder es sich vor dem Abflug noch einmal richtig gutgehen zu lassen.

Für die allerletzten Münzen stehen an den Flughäfen meist auch Spendenboxen von Unicef und anderen Hilfsprojekten bereit, bei denen das Geld gut investiert ist. Die Bank im Heimatland nimmt übrigens auch nur Banknoten und keine Münzen zum Umtausch an.

Wer bei der Sparkasse Bremen ausländisches Bargeld für seinen Start im nächsten Urlaub vorbestellen möchte, kann dies vorab online unter https://finanzcenter.sparkasse-bremen.de/privatkunden/urlaub_und_reisen/reisezahlungsmittel/formular.html tun. Dies sollte mindestens vier Tage vorher geschehen. Die Abholung erfolgt dann persönlich in der ausgewählten Filiale. Der Sortenverkauf gegen Barzahlung ist nur in der Kundenhalle Am Brill (Mo. bis Fr. von 9 bis 18 Uhr und lediglich USD, GBP und DKK gegen eine Barzahlungsgebühr) mit Wartezeit möglich.

 

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Letztes Update: 10. September 2015

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