Artikel aus "Studium"

Zeitmanagement: ein „Last-Minute“-Plan für Prokrastinierer

Wer hört sich nicht am Anfang des Semesters sagen: „Dieses Mal fange ich auf jeden Fall früher an zu lernen!“ Doch schnell schlägt der anfängliche Tatendrang in die bittere Realität um: Festivals, Partys, das gute Wetter… So viele schöne Dinge, die einfach spannender als die öde Lernerei sind. Blöd nur, dass dann plötzlich schon wieder Klausuren vor der Tür stehen. Damit Ihr nicht

kurz vor Semesterende in Panik ausbrecht, hat die UniFiliale ein paar Tipps für Prokrastinierer und „Last-Minute“-Lerner zusammengestellt.

Manchmal sind es gar nicht die großen Dinge, die einen vom Lernen abhalten, sondern Banales: telefonieren, Mails checken, fernsehen – und ja, hin und wieder sogar putzen. Wer sich diese zeitschluckenden Ablenkungsmanöver bewusst macht, hat schon viel gewonnen. Für „Zeitfresser“ bietet es sich an, feste Zeiten am Tag einzuplanen und diese zu begrenzen. Zum Beispiel: E-Mails werden nur in der Zeit von 8.30 bis 9.00 Uhr gelesen und dann erst einmal beiseitegelegt. Zeitdiebe können aber auch in mangelnder Planung oder Methodik bestehen: keine klaren Ziele, eine fehlende Übersicht, keine Tagesplanung.

Wer oft nicht rechtzeitig aus der Hängematte kommt, braucht einen Last-Minute-Plan fürs Lernen. Foto: Thomas Anderson/Flickr

Erledigen, terminieren, delegieren

Ein Blick auf erfolgreiche Unternehmer wie Mark Zuckerberg oder Bill Gates zeigt, dass eine gute Zeitplanung hilft, den Tag zu strukturieren und auch kurzfristige Dinge erfolgreich anzugehen. Dafür solltet Ihr Euch zunächst Gedanken darüber machen, was überhaupt noch ansteht bis Semesterende: Referate, Hausarbeiten, Aufbereitung des Unistoffs oder sonstige Projekte. Aber auch Dinge wie Hobbys, Urlaub oder Haushalt sollten berücksichtigt werden.

Der Plan sollte so genau wie möglich sein und täglich mit dem tatsächlich Geschafften abgeglichen werden. Seid dabei nicht zu streng mit Euch, denn auch ein Notfall-Plan kann zwar richtig gut sein, aber er sollte auch immer auf Euren persönlichen Rhythmus und feste Rituale abgestimmt sein.

Die anstehenden Aufgaben sollten anschließend nach Prioritäten unterteilt werden, erst dann könnt Ihr festlegen, was bis wann zu bearbeiten ist. Was muss sofort erledigt werden? Was kann terminiert oder delegiert werden? Und was könnt Ihr vielleicht delegieren und damit Euer eigenes Pensum reduzieren? Unterscheidet bei den „To dos“ nach Wichtigkeit und Dringlichkeit. Lasst Euch von den vermeintlich dringenden Sachen nicht so sehr treiben, dass die langfristig wichtigeren, aber weniger eiligen Dinge nie erledigt werden.

Was macht den kommenden Tag aus?

Sind alle wichtigen Aufgaben bis Semesterende aufgelistet und nach entsprechenden Prioritäten eingeteilt, können sie mit einer realistischen Deadline versehen werden. Es empfiehlt sich, dabei sowohl Wochen- als auch Tagespläne zu erstellen. Längerfristige Aufgaben dabei nicht aus den Augen verlieren.

Überlegt Euch jeweils abends, was den kommenden Tag ausmacht: Seminartermine, Omas Geburtstag, Projektsitzung – alles wird festgehalten. Macht Euch die drei wichtigsten Aufgaben des Tages klar und legt in etwa fest, wie lange Ihr dafür braucht. Wichtig ist auch, dabei Pausenzeiten nicht zu vergessen und genügend Puffer für unvorhergesehene Ereignisse einzuplanen. Als Richtwert sollten daher nur rund 2/3 der zur Verfügung stehenden Zeit verplant werden, das übrige Drittel ist für Spontanes.

Die Kunst der richtigen Pausen

Gerade Pausenzeiten sollten nicht als Belohnung betrachtet werden, sondern sind notwendig für konzentriertes Arbeiten. Dabei gibt es verschiedene Arten von Pausen:

– Abspeicherpausen (10-20 Sekunden): Der Lerninhalt wird abgespeichert.
– Kurzpausen (3-5 Minuten): Kurzpausen helfen, zwischen Lerninhalten zu wechseln.
– Zwischenpausen (15-20 Minuten): Nach spätestens 90 Minuten sollte eine Zwischenpause eingelegt werden, um Ermüdung vorzubeugen. Dabei am besten kurz den Arbeitsplatz verlassen.
– Erholungspause (1-2 Stunden): Nach maximal vier Stunden sollte eine längere Erholungspause eingelegt werden. Hierbei solltet Ihr Euch auch nach der individuellen Tagesform richten: Wann seid Ihr besonders leistungsfähig? Wann ist die Luft raus?

Zum Schluss noch ein simpler, aber effektiver Tipp: Die schwierigsten Aufgaben wie Auswendiglernen sollten meist am Anfang des Tages erledigt werden bzw. in der Zeit, in der Eure Leistungsfähigkeit am höchsten ist. Und jetzt: Gutes Gelingen!

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Letztes Update: 4. Juli 2017

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