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Stipendien – so bewirbst du dich

Mit einem Stipendium im Rücken lässt sich das Studium etwas entspannter angehen. Foto: Stokkete/iStock

Mit einem Stipendium im Rücken lässt sich das Studium etwas entspannter angehen. Foto: Stokkete/iStock

Stipendien sind attraktiv: Du erhältst monatlich Geld von einer Stiftung, ideelle Förderung und kannst gleichzeitig erste wichtige Kontakte knüpfen. Doch viele scheuen den aufwändigen Bewerbungsprozess und fragen sich: Habe ich überhaupt eine Chance? Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, ein Stipendium zu ergattern, gar nicht so gering. Hier erfährst du, worauf du bei der Bewerbung achten musst und was man von dir erwartet.

 

Eine Stipendium-Bewerbung ist eine Herausforderung, aber zugleich auch eine große Chance. Du kannst auf verschiedene Arten zeigen, was dich und deinen bisherigen Werdegang auszeichnet und warum gerade du mit einer Förderung belohnt werden solltest. Insbesondere wer mit weniger guten Noten gesegnet ist, kann beim Motivationsschreiben mit Engagement und Persönlichkeit punkten. Doch was gehört eigentlich in eine klassische Stipendien-Bewerbung?

 

Die schriftliche Bewerbung – der Inhalt

 

Wenn du auf der Internetseite der jeweiligen Stiftung recherchierst, findest du genaue Angaben über Umfang und Inhalt der Bewerbung. Im Regelfall sollte die Bewerbung jedoch folgende Dokumente enthalten:

 

  • Motivationsschreiben
  • Lebenslauf (tabellarisch oder ausführlich)
  • Gutachten von Lehrern und Professoren
  • Abizeugnis, Notenauszüge aus dem Studium

 

Das Motivationsschreiben – auf die persönliche Note kommt es an

 

In dem Motivationsschreiben sollte deutlich werden, warum genau du zu der Stiftung passt, bei der du dich bewirbst. Dabei kannst du dich an folgender Struktur und Gliederung orientieren:

 

  • Einleitung
  • Hauptteil:
    Werdegang: Ausbildung und Studium
    Weiterbildung
    Praxiserfahrung
    Engagement
    Hard Skills
    Soft Skills
    Werte, Tugenden
    Motivation
    Persönliche Eigenschaften
  • Schlusssatz

 

In der Einleitung des Motivationsschreibens beginnst du am besten mit einem kurzen Satz, der etwas über dich und dein Studium aussagt und die Frage beantwortet: Warum bewirbst du dich? Und was verbindet dich mit der Stiftung?

 

Ohne soziales Engagement geht es nicht

 

Das A und O des Motivationsschreibens ist natürlich das soziale Engagement: Was tust du für die Gesellschaft? Das kann z. B. eine Tätigkeit in einer sozialen Einrichtung wie Schule, Kindergarten, Verein oder Jugendgruppe sein, eine kirchliche, parteiliche oder gewerkschaftliche Organisation, Aktivitäten in einer Fachschaft oder auch die Pflege innerhalb der eigenen Familie.

 

„Es muss nicht immer das klassisch Soziale sein“, sagt Nina Hentschel von der Initiative  ArbeiterKind.de. Wichtig sei, das Beschriebene mit eigenen Erlebnissen zu verknüpfen, zum Beispiel: „In der Schule habe ich das Projekt XY organisiert und mich dabei um den Bereich YZ gekümmert. Das zeigt, dass ich ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Organisationstalent besitze.“

 

Weniger ist mehr

 

Auch bei den Soft Skills geht es um deine Fähigkeiten und die persönliche Qualifikation. Das können z.B. Eigenschaften wie Lernfähigkeit, Teamfähigkeit, Empathie, Kreativität oder Kommunikationsfähigkeit sein. Bei den persönlichen Eigenschaften kannst du mit Beschreibungen wie Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit, Selbstständigkeit oder Ehrlichkeit punkten.

 

Den Begabtenförderwerken ist es wichtig, dass ihr mit eurer Philosophie in die Organisation passt. „Die Stiftungen achten dabei auf sehr unterschiedliche Schwerpunkte“, sagt Hentschel. „Deshalb sollte man sich mit den Inhalten vorher konkret auseinandersetzen und eigene Werte und Ansichten, die dazu passen, in das Motivationsschreiben einfließen lassen.“ Die Stipendiatin rät, die Bewerbung nicht zu überfrachten: „Das Profil muss stimmig sein, aber man sollte die Angaben selektieren – manchmal ist weniger mehr.“

 

Im Schlusssatz solltest du noch einmal darlegen, was dir die Förderung der Stiftung bedeuten würde, z.B.: „Das Stipendium Ihrer Stiftung würde es mir ermöglichen finanziell unabhängiger zu sein und mich so mehr auf mein Studium konzentrieren zu können.“

 

„Brüche im Lebenslauf sind grundsätzlich in Ordnung“

 

Neben einem tabellarischen verlangen viele Stiftungen von dir außerdem einen ausführlichen Lebenslauf, der zwei bis drei Seiten umfasst und in dem du das Warum einiger Entscheidungen beschreiben sollst.

 

„Brüche im Lebenslauf sind dabei grundsätzlich in Ordnung, insgesamt sollte aber ein roter Faden erkennbar sein“, sagt Nina Hentschel. Bei der Formulierung kannst du dich an folgenden Fragen orientieren:

 

  • Wo waren Wendepunkte in meinem Leben?
  • Wann gab es schwierige Phasen? Wie bin ich damit umgegangen?
  • Was habe ich dabei gelernt?
  • Wann habe ich wichtige Entscheidungen getroffen?
  • In welchen Projekten habe ich mitgewirkt? Was sagt das über mich aus?

 

„Wer diese Fragen nicht ohne weiteres selbst reflektieren kann, kann Freunde und Verwandte um Rat fragen“, rät sie.

 

Die Initiative ArbeiterKind.de organisiert in Bremen regelmäßig Sprechstunden für Stipendien-Interessierte, in denen sich die Mentoren Zeit für deine Fragen nehmen und dich bei deiner Bewerbung beraten. Die nächsten beiden Termine finden am 21. Juli und 18. August um jeweils 18 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus in der Schildstraße 12-19 statt.

 

Übrigens unter dem Tag „Stipendien“ findest du einige weitere interessante Artikel zu dem Thema.

 

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Letztes Update: 8. Juli 2014

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