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Stipendien der Brennerei: „Die beste Antwort auf den Fachkräftemangel“

Die Alte Schnapsfabrik in der Neustadt beherbergt nicht nur zahlreiche Unternehmen der Kreativwirtschaft, sondern fördert mit dem Stipendiatenmodell der „Brennerei next generation lab“ auch Uni-Absolventen aus unterschiedlichen kreativen Disziplinen. In den vergangenen sechs Monaten haben acht junge Fachkräfte aus Deutschland, Italien und Pakistan gemeinsam an spannenden Projekten gearbeitet. Welche Erfahrungen sie gemacht haben und vor welchen Herausforderungen sie standen, haben die Studierenden auf ihrer Abschlussveranstaltung in der Alten Schnapsfabrik erzählt.

Interdisziplinäre Teams: Michael (aus Deutschland) und Alessandra (aus Italien) haben sechs Monate gemeinsam in der "Brennerei next generation lab" an spannenden Projekten gearbeitet. Foto: Brennerei

Interdisziplinäre Teams: Michael (aus Deutschland) und Alessandra (aus Italien) haben sechs Monate gemeinsam in der „Brennerei next generation lab“ an spannenden Projekten gearbeitet. Foto: Brennerei

 

Die Idee hinter den Stipendien, die künftig jedes Jahr vergeben werden sollen: Gemeinsam mit Auftraggebern aus Wirtschaft oder öffentlichen Einrichtungen erarbeiten die Stipendiaten neue unternehmerische Ansätze. Unterstützt werden sie dabei von Experten aus der Branche, sogenannten Coaches. Dabei lernen die Nachwuchskräfte, sich im Rahmen konkreter Aufgabenstellungen zu professionalisieren. Die Unternehmen wiederum profitieren von den kreativen Ideen der interdisziplinären Teams und dem Transfer der Ergebnisse. „Eine bessere Antwort auf den Fachkräftemangel kann es doch nicht geben“, konstatierte Wirtschaftsförderung Bremen-Geschäftsführer Klaus Sondergeld bei der Abschlussveranstaltung.

 

Guter Einstieg in den Beruf

Auch die Teilnehmer sind zufrieden. „Das Atelier ist ein hilfreicher Schritt zwischen Studium und Beruf“, sagte Yamuna Peters, die an der Hochschule für Künste (HfK) Design studiert. Gemeinsam mit Architektur-Studentin Alexandra Beckmann und dem italienischen Design-Studenten Michele Crivellaro präsentierte sie ein Projekt, das die Stipendiaten für den Bürgerparkverein durchgeführt haben. Dessen Vorsitzende Karina Schultz stellte ihnen die Frage: Wie kann der Bürgerparkverein neue Mitglieder gewinnen? „Wir wollen, dass sich Jüngere für den Verein engagieren und dies auch in die nächsten Generationen weitertragen“, so Schultz.

 

Die Stipendiaten entwickelten verschiedene Konzepte, wie es mit dem traditionsreichen Park in Bremen weitergehen kann: Regelmäßige Events wie Konzerte oder Theaterstücke zählten dabei zu den Vorschlägen. „Ich gehe mit einem bunten Strauß an tollen und kreativen Ideen nach Hause“, lobte die Vereins-Vorsitzende die Arbeit der Uni-Absolventen.

Drei Studenten entwickelten verschiedene Konzepte, wie es mit dem traditionsreichen Bürgerpark weitergehen kann. Die Anforderung der Vereins-Vorsitzenden Karina Schultz: neue Mitglieder gewinnen. Foto: Brennerei

Drei Studenten entwickelten verschiedene Konzepte, wie es mit dem traditionsreichen Bürgerpark weitergehen kann. Die Anforderung der Vereins-Vorsitzenden Karina Schultz: neue Mitglieder gewinnen. Foto: Brennerei

 

Wie macht man ein unsichtbares Produkt sichtbar?

Weniger greifbar war die Aufgabenstellung, die von den Architektur-Studenten Ema Sauramo und Holger Schoefer vorgestellt wurde. Thorsten Haase, der als Geschäftsführer bei der HEC GmbH Software entwickelt, wollte von den Nachwuchskräften wissen: Wie macht man ein unsichtbares Produkt sichtbar? „Zwei Monate haben wir HEC erst einmal als Marke analysiert“, erinnert sich Erik Wankerl, der die Uni-Absolventen mit seinem fachlichen Support unterstützte und als Geschäftsführer bei der Agentur Whitebox tätig ist.

 

„Spannend war, dass die Stipendiaten überhaupt nicht aus dieser Fachrichtung kamen“, so Haase. „Wir haben aus dem Projekt viele tolle Anregungen für unser Unternehmen bekommen.“

 

Moderne Technik trifft auf Architektur

In einem dritten Projekt – präsentiert von Alessandra Meloni (Cultural Studies), Michael Dreisigacker (Cultural Studies) und Said Alam (Design) – verfolgten die Stipendiaten einen eher künstlerischen Ansatz und überlegten sich, welche Dinge es bei der Auseinandersetzung mit Medienfassaden zu bedenken gibt. Auftraggeber Onlyglass ist ein Hersteller von Hightech-Produkten, die in Glasfassaden integriert werden: „Die Screens eröffnen uns neue Möglichkeiten der Kommunikation im urbanen Raum“, erzählte Geschäftsführer Walter Tietz. „Am Ende waren wir ganz überrascht von den Ideen und stellten fest, dass wir bisher sehr eng gedacht haben.“

Gemeinsam mit Auftraggebern aus Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen erarbeiteten die Stipendiaten in der Alten Schnapsfabrik neue unternehmerische Ansätze. Foto: Brennerei

Gemeinsam mit Auftraggebern aus Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen erarbeiteten die Stipendiaten in der Alten Schnapsfabrik neue unternehmerische Ansätze. Foto: Brennerei

Das nächste Stipendium in der „Brennerei next generation lab“ beginnt im April 2014 und dauert sechs Monate. Wenn euch der Ehrgeiz gepackt hat und ihr euch bewerben möchtet, dann könnt ihr dies ab November tun. Mehr Infos: brennerei-lab.de/de/stipendium

 

Wenn Ihr mehr über die Alte Schnapsfabrik wissen möchtet, lest auch unseren Artikel Kreativ werden in der Schnapsfabrik

Letztes Update: 8. Oktober 2013

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