Artikel aus "Allgemein"

Spitzenfrauen: Foto-Ausstellung über weibliche Führungskräfte an der Uni

Mit der Ausstellung "Unispitzen - Spitzenuni" würdigt die Berliner Fotografin Julia Baier führende Professorinnen an der Bremer Uni. Die Fotoschau ist noch bis zum 14. August im "Haus der Wissenschaft" zu sehen.

Mit der Ausstellung „Unispitzen – Spitzenuni“ würdigt die Berliner Fotografin Julia Baier führende Professorinnen an der Bremer Uni. Die Fotoschau ist noch bis zum 14. August im „Haus der Wissenschaft“ zu sehen.

Die Uni Bremen hat einen Anteil von 25 Prozent Professorinnen  – damit nimmt die Universität bundesweit einen Spitzenplatz ein. Dennoch sind Wissenschaftlerinnen in Führungspositionen an deutschen Hochschulen noch immer nicht selbstverständlich. Die Berliner Fotografin Julia Baier hat den führenden Professorinnen der Uni Bremen eine großformatige Ausstellung gewidmet, die noch bis zum 14. August im „Haus der Wissenschaft“ (Sandstraße 4/5) zu sehen ist. „Unispitzen – Spitzenuni“ ist eine sehenswerte Wanderausstellung, bei der man auch über seine eigenen Klischees stolpert.

 

Alleine die Größe der Bilder ist beeindruckend: Im Format 1,2 x 2,15 Meter blicken mir 19 Augenpaare entgegen. Es sind aktuelle und ehemalige Hochschullehrerinnen, die gleichzeitig eine Führungsrolle übernommen haben – als Dekanin, Konrektorin oder Sprecherin eines Forschungsverbundes. Die Fotoschau ist eine Wanderausstellung, mit der die Uni Bremen anlässlich ihres 40. Jubiläums die Leistungen der weiblichen Führungskräfte würdigen möchte.

 

Starke Haltung und Souveränität auf den Fotos: Damit nehmen die porträtierten Frauen der Ausstellung eine wichtige Vorbildfunktion ein.

Starke Haltung und Souveränität auf den Fotos: Damit nehmen die porträtierten Frauen der Ausstellung eine wichtige Vorbildfunktion ein.

Ich stehe vor dem Bild von Prof. Carmelita Görg. Sie ist chic angezogen: Der rote, seidene Blazer mit den gestickten Blumen passt perfekt zum gleichfarbigen Chiffon-Schal. Ich überlege, welche Position sie wohl haben könnte. Görg ist seit 1999 Professorin für Kommunikationsnetze und Elektrotechnik – damit hatte ich nicht gerechnet und ertappe mich dabei, wie ich mich kurz frage, warum sie auf dem Bild keinen weißen Kittel trägt.

 

Natürlichkeit statt Kittel, PC und Labor

Aber genau darauf setzt Julia Baier: Sie ermöglicht mit ihren Bildern einen anderen Blick auf die Frauen. Natürlich hätte man die Frauen auch beim Anschreiben einer Mathematik-Formel oder im Labor ablichten können – vielmehr zeigt die Fotografin sie in ihrem natürlichen Umfeld an der Uni. Die Hintergründe und Posen sind neutral gehalten: Mal vor einer grauen Säule, mal gegen ein Geländer gelehnt, mal ohne direkten Blick in die Kamera.

Fotografin Julia Baier hat die Professorinnen in ihrem natürlichen Umfeld der Uni aufgenommen. Die Hintergründe und Posen sind neutral gehalten.

Fotografin Julia Baier hat die Professorinnen in ihrem natürlichen Umfeld der Uni aufgenommen. Die Hintergründe und Posen sind neutral gehalten.

 

Man sollte sich unbedingt den 64-seitigen Katalog zur Ausstellung mitnehmen: Denn es ist richtig spannend, anschließend nachzulesen, was die Professorinnen machen, was sie bewegt, wer sie sind. Die Jüngsten von ihnen sind Anfang 40, die ältesten waren schon in den Gründungsjahren der Uni dabei. Gerade ihre Erzählungen sind es, die beantworten: Was hat sich seitdem – gerade in Sachen weiblicher Nachwuchs – getan? Seit mehr als zehn Jahren ist das Verhältnis von weiblichen und männlichen Studierenden nahezu ausgeglichen, die Führungspositionen an der Uni werden jedoch noch immer mehrheitlich von Männern besetzt. Woran liegt es also?

 

„Gehe deinen eigenen Weg“

„Eine wichtige Rolle spielt die Ermutigung von Frauen, Spitzenpositionen anzustreben und zu übernehmen. Oftmals fehlt es an Vorbildern, die zeigen, dass Frauen Führungspositionen hervorragend ausfüllen können“, sagte die ehemalige Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper im Rahmen der Ausstellung. Mit ihrer starken Haltung und Souveränität auf den Bildern nehmen die porträtierten Frauen genau diese Vorbildfunktion an, sie sagen: „Gehe deinen eigenen Weg.“

Die Jüngsten der porträtierten Frauen sind 40, die ältesten waren schon in den Gründungsjahren der Uni dabei. Gerade ihre Erzählungen machen den Reiz der Ausstellung aus: Was hat sich seitdem – gerade in Sachen weiblicher Nachwuchs – getan?

Die Jüngsten der porträtierten Frauen sind 40, die ältesten waren schon in den Gründungsjahren der Uni dabei. Gerade ihre Erzählungen machen den Reiz der Ausstellung aus: Was hat sich seitdem – gerade in Sachen weiblicher Nachwuchs – getan?

 

Im dazugehörigen Katalog sind die Hintergründe und Aktivitäten der Professorinnen nachzulesen, die deutlich machen, dass sie dieses Motto sehr unterschiedlich leben. Die Wege zu einer Professur oder einer Leistungstätigkeit sind schließlich sehr vielfältig und individuell. Der Betrachter erfährt so von wichtigen Ereignissen aus ihrem Berufsalltag und ihrem Leben als Wissenschaftlerinnen und Forscherinnen. „Unispitzen – Spitzenuni“ ist eine anspornende Dokumentation erfolgreicher Frauen, den Schritt in die Wissenschaft zu wagen.

Letztes Update: 18. Dezember 2013

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