Artikel aus "Karriere"

My Cup of Tea: Student macht sich mit Bio-Tee selbstständig

Timo-Noé Chitula hat Global Management an der Hochschule Bremen studiert und sich anschließend mit dem Verkauf hochwertiger Teesorten selbstständig gemacht.

Inspiriert von erfolgreichen Plattformen wie „My muesli“ hat der Bremer Jungunternehmer Timo-Noé Chitula einen Onlinehandel für Tee gegründet, bei dem Kunden sich ihre Sorten nach persönlichen Vorlieben zusammenstellen können. Bei einer Tasse Tee hat mir der 31-Jährige erzählt, was sein Produkt so besonders macht, warum er trotzdem morgens Kaffee trinkt und wer ihn auf die Idee seines Start-ups brachte.

Obwohl ich ein Kaffeejunkie bin, trinke ich regelmäßig Tee – zur Beruhigung, zum Wärmen oder einfach so. Etwa 30 Sorten lagern in meinem Küchenregal: Neben Klassikern wie Earl Grey oder Pfefferminztee sind auch viele Exoten darunter, bei denen man anhand des Namens nur raten kann, was sich dahinter verbirgt.

Ich bin für die Industrie ein gefundenes Opfer, denn ich kaufe gerne nach Bezeichnung des Tees und nach Design: Je ausgefallener, desto interessanter. Damit bin ich nicht allein, wie mir Timo-Noé gleich am Anfang unseres Gesprächs verrät. Der Gründer weiß, dass viele Einkäufer ihren Tee nach der Verpackung aussuchen. Deshalb sieht er seine Produkte auch nicht in den Regalen der klassischen Supermärkte. „My Cup of Tea“ sei eine Marke für Teetrinker, die sich schon ein wenig besser mit der Materie auskennen und Wert auf Bioqualität legen, erklärt er: „Mein Tee ist für Menschen, die ein Herz für Manufakturprodukte haben.“

Als echter Tee gilt per Definition übrigens nur das Getränk, das aus der Teepflanze „Camellia sinensis“ hergestellt wird, wie mich Timo-Noé aufklärt. Bekannte Variationen wie Kamille, Rooibos und Fenchel seien lediglich teeähnliche Aufgüsse, keine Tees.

„Sohn, ich bin nie krank, weil ich immer Tee trinke“

Auch Marcus Wewer (l.), Retter und Inhaber des traditionsreichen Tante-Emma-Ladens „Holtorf Feinkost & Kolonialwaren seit 1874“, freut sich über seinen individuellen „cup of tea“.

Um sein Produkt unter die Leute zu bringen, hat Timo-Noé das Start-up „My Cup of Tea“ gegründet. Das Thema Selbstständigkeit geisterte dem ehemaligen Studenten schon seit längerer Zeit im Kopf herum. Nachdem er eine Ausbildung zum Kaufmann für Marketingkommunikation absolvierte, setzte er noch einen Bachelor in Global Management an der Hochschule Bremen obendrauf.

Im letzten Semester stand das Fach „Entrepreneurship“ auf seinem Vorlesungsplan, in dem Gründungsfinanzierungs-Experten von der Sparkasse Bremen zu verschiedenen Aspekten des Unternehmertums referierten. „Das hat mich besonders dazu motiviert, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen“, erinnert sich der 31-Jährige. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit entwickelte und schrieb der Gründer einen ersten Businessplan.

Dass Timo-Noé schließlich beim Thema Tee hängen blieb, ist nicht ganz zufällig. Sein Vater, der in Mosambik aufgewachsen ist, sagte mal zu ihm: „Sohn, ich bin nie krank, weil ich immer Tee trinke.“ Der Bremer Unternehmer erkannte das Potenzial des anhaltenden Individualisierungs- und Gesundheitstrends: „Das lässt sich wunderbar mit Tee kombinieren.“

Das erste halbe Jahr seiner Gründung investierte Timo-Noé in seine Website, die letztes Jahr im März an den Start ging. Dort können Kunden entweder aus der Klassikserie auswählen – Grün-, Schwarz und Weißteesorten – oder den Tee-Mixer bedienen: Dabei sucht man sich zunächst eine Teebasis aus und fügt anschließend verschiedene Komponenten wie Gewürze, Öle oder Blätter hinzu, um seine individuelle Teemischung zu erhalten und zuhause mit der erhofften Geschmacksexplosion belohnt zu werden.

Transparenz, Bioqualität und Fair Trade im Fokus

Ungeübte Tee-Mixer erhalten mit den Zutaten auch Mengenempfehlung für die richtige Dosierung.

Für ungeübte Tee-Mixer gibt es jeweils eine Mengenempfehlung zu den einzelnen Zutaten. Die Basistees können zudem in kleinen Mengen bestellt und erstmal zuhause getestet werden. Auf den ersten Blick sind die selbstgemischten Sorten kein Schnäppchen, aber grüner Tee beispielsweise lässt sich bis zu viermal aufgießen und ist damit sehr ergiebig. Zudem sind alle angebotenen Tee-Komponenten und -Sorten biozertifiziert und werden unter fairen Bedingungen angebaut, wie der Jungunternehmer verspricht. Woher der Tee genau stammt, können Kunden dem Etikett auf der Rückseite entnehmen.

Kriterien wie Transparenz, Fair Trade und Bio sind Noé Chitula besonders wichtig. Know-how bekommt er dabei auch von Cha Dô, einem der führenden Importeure von Fair-Trade- und Biotees, mit dem er sich die Räumlichkeiten in der Überseestadt teilt. Als ich Timo-Noé an diesem Nachmittag in seinem Büro besuche, hat er gerade einen frischen Sencha-Tee aus Korea aufgegossen. Ich darf mich also selbst von der Qualität des Grüntees überzeugen und bin überrascht, wie anders er schmeckt.

Vielleicht ist weniger manchmal mehr, denke ich beim Anblick meines Küchenregals. Obwohl Timo-Noé übrigens selbst jeden Tag zur Teetasse greift, kann auch er nicht auf seinen morgendlichen Kaffee-Kick verzichten: „Zum Wachwerden unverzichtbar.“

In Bremen gibt es die Produkte von „My Cup of Tea“ übrigens unter anderem in der Nur Manufaktur im Citylab (Ansgaritorstraße 4), bei Holtorf im Viertel (Ostertorsteinweg 6) sowie bei Lucys Kitchen in der Überseestadt (Konsul-Smidt-Straße 8u) zu kaufen.

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Hier findest du auch Informationen zu Fördermöglichkeiten, zum Gründerpreis und zu weiteren wichtigen Dingen rund um die Gründung.

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Letztes Update: 8. Mai 2017

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