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„Leidenschaft für den Werkstoff Stahl“ – Perspektiven für Studierende bei ArcelorMittal

Leidenschaft für den Werkstoff Stahl - Perspektiven für Studierende bei ArcelorMittal

Katrin Dünow emfiehlt Studierenden, an ihren „Soft Skills“ zu feilen.

Die Stahlerzeugung hat in Bremen eine lange Tradition. Mittlerweile gehören die hiesigen Werke zum internationalen Konzern ArcelorMittal, der in den vergangenen Jahren noch einmal stark in den Standort an der Weser investiert hat. Weltweit arbeiten 262.000 Menschen für das Unternehmen mit Stammsitz in Luxemburg, rund 3600 davon in Bremen.

Katrin Dünow, die im Personalrecruiting der Personalabteilung arbeitet, erklärte mir bei einem Besuch die Perspektiven für Studierende und Absolventen.

 

Johannes D. Gutzmann: Haben Sie Kontakt zur Universität oder zur Hochschule, bzw. kann man als Student bei Ihnen in den Semesterferien oder in der Semesterzeit arbeiten?

Karin Dünow: Mit der Bremer Uni arbeiten wir sehr gut zusammen, insbesondere mit dem Fachbereich 4 – Maschinenbau und Verfahrenstechnik – und dem Institut für Werkstofftechnik. Auch von der Hochschule Bremen beschäftigen wir Studierende. Einige machen klassische Grundpraktika oder absolvieren ihr Praxissemester bei uns; wir bieten aber auch Werkstudententätigkeiten sowie Abschlussarbeiten für Bachelor, Master und Diplom an. Die Jadehochschule ist hinsichtlich des Schwerpunkts IT ein wertvoller Partner.

Johannes D. Gutzmann: Welche Bereiche, welche Tätigkeitsfelder gibt es für Studenten?

Karin Dünow: Unsere Möglichkeiten, Studierenden Angebote zu machen sind im technischen Bereich deutlich größer als in der Verwaltung. Wir haben den Anspruch, Studenten eine gute persönliche Betreuung und anspruchsvolle Inhalte während ihrer Tätigkeit in unserem Unternehmen zu bieten.

Wir suchen insbesondere  Studierende aus den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik, Werkstoffwissenschaften, Materialwissenschaften, Produktionstechnik, Verfahrenstechnik sowie aus der Informatik. Sie können unsere Projektingenieure bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen oder sogar kleinere Projekte eigenverantwortlich übernehmen.

Johannes D. Gutzmann: Suchen Sie Studenten für Forschungstätigkeiten?

Karin Dünow: Unsere Forschungszentren sind schwerpunktmäßig in Frankreich, Spanien und den Benelux-Ländern angesiedelt. In Bremen betreiben wir nur sehr wenig Forschung, hauptsächlich in unserem Qualitätswesen. Insgesamt arbeiten in der Forschung rund 1.400 Ingenieure. Vor allem in der Qualitäts-, Anlagen- und Prozessoptimierung suchen Projektingenieure immer wieder Unterstützung bei der Forschung.

Johannes D. Gutzmann: Was sind Ihre Erwartungen an Hochschul-Absolventen, bzw. was sind interessante Einstiegspositionen?

Karin Dünow: Ohne Soft Skills wie Teamfähigkeit geht es nicht. Ebenso ist eine besondere Einsatzfähigkeit wichtig. Wir erwarten darüber hinaus, dass eine gewisse Leidenschaft für den Werkstoff Stahl sowie die Stahlerzeugung mitgebracht wird. Das Studienzeugnis zeigt ja schon, dass der Studierende etwas geleistet hat. Bei uns überzeugen Studierende daher vor allem durch ihre Persönlichkeit. Wir veranstalten auch keine aufwändigen Assessment Center zur Auswahl neuer Mitarbeiter, sondern setzen immer sehr stark auf das persönliche Gespräch. Die Chemie muss stimmen, der Bewerber muss zeigen, dass er mit seiner Persönlichkeit zu uns passt. Auch der Wille, über den Tellerrand hinauszuschauen und neue Themen anzugehen, ist uns sehr wichtig.

Zurzeit suchen wir überwiegend Absolventen für das Projektmanagement in der Technischen Unterstützung der Hauptbetriebe sowie in der Instandhaltungsverbesserung. Wir bieten kein Traineeprogramm an, da wir auf Training on the Job setzen.

Führungskräfte stellen wir generell nicht vom externen Arbeitsmarkt ein, sondern bauen eigene Mitarbeiter, die in Projekten durch besondere Leistungen auf sich aufmerksam gemacht haben, durch gezielte Personalentwicklung auf.

Johannes D. Gutzmann: Wie hoch sind Einstiegsgehälter bei Ihnen?

Karin Dünow: Aktuell zahlen wir Berufseinsteigern, die ihr Studium gerade abgeschlossen haben, ungefähr 50.000 Euro im Jahr. Aufgrund von Tarifvertragsverhandlungen gibt es regelmäßige Erhöhungen. Je nachdem, wie viel Berufserfahrungen im Vorfeld gesammelt wurden, liegt das Einstiegsgehalt bei bis zu 59.000 Euro im Jahr. Das hängt sehr stark von den Vorkenntnissen und der aktuellen Marktsituation ab.

Bachelor-Absolventen steigen bei uns grundsätzlich etwas niedriger als Diplom- oder Master-Absolventen ein. Der Vorsprung wird jedoch in der Regel schnell aufgeholt.

Johannes D. Gutzmann: Was können Sie Studenten als Tipps für das Studium mit auf den Weg geben? Z.B. was sollten sie auf jeden Fall lernen, ausprobieren?

Karin Dünow: Man sollte sich bereits im Studium engagieren. Interessant sind diejenigen Studierenden und Berufseinsteiger, die nicht warten, dass sie irgendwo abgeholt werden, sondern die aktiv auf uns als Unternehmen zugehen, die Interesse am Einsatzgebiet und der Stahlherstellung zeigen, die auch die Motivation haben, über den Tellerrand hinaus zu gucken. Die Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen ist uns sehr wichtig.

Johannes D. Gutzmann: Vielen Dank für das Gespräch!

Letztes Update: 5. Juli 2012

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