Artikel aus "Rest des Lebens"

Hier lässt sich’s wohnen, Teil 3: Viertel

In einer dreiteiligen Serie stellen wir Euch Bremer Stadtteile vor, die bei Studierenden als Wohnquartiere beliebt sind. Dieses Mal geht es ins Mekka des Feierns und Flanierens: das Viertel.

 

Hinter dem Weserdeich vereinen sich Ostertor und Steintor zu einem Quartier, das der Bremer schlicht Viertel nennt. Geprägt durch sein kulturelles Angebot, das breit gefächerte gastronomische Repertoire und zahlreiche Geschäfte für unterschiedlichste Geschmäcker ist es für viele Studenten der Wunsch-Stadtteil zum Niederlassen. Aber auch wer nicht so viel Glück hatte, hier im Multikulti-Kiez eine gemütliche Wohnung zu ergattern, sollte den einen oder anderen der folgenden Tipps mal ausprobieren.

 

Die Lebensader von Bremen

 

In den 70er Jahren sollte die Abrissbirne kreisen, aber dank des Engagements von Studenten und Künstlern blieben die wunderschönen Altbremer Häuser erhalten. Seitdem ist das Viertel quasi die Lebensader in Bremen und die bevorzugte Wohngegend für Menschen mit einem alternativen Lebensstil. Hier finden sich schicke Restaurants neben kultigen Kneipen, exklusive Mode neben Secondhand-Shops und Weincafés in direkter Nachbarschaft zu irischen Pubs.

Das Theater Bremen besteht aus vier Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater sowie Kinder- und Jugendtheater. Im Zentrum steht die mit 802 Plätzen größte Spielstätte, das Theater am Goetheplatz.

Das Theater Bremen besteht aus vier Sparten: Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater sowie Kinder- und Jugendtheater. Im Zentrum steht die mit 802 Plätzen größte Spielstätte, das Theater am Goetheplatz.

 

Ob Theater, Lesungen, Kinos oder Galerien – das Viertel zählt zu den wichtigsten Kulturmeilen der Stadt. Gleich zu Beginn des Ostertorsteinwegs begeistern die Kunsthalle, das Wilhelm-Wagenfeld-Haus, das Gerhard-Marcks-Haus und das Theater am Goetheplatz mit wechselnden Ausstellungen und Inszenierungen. Programmkinos wie die Schauburg oder das Cinema sorgen ebenso für Unterhaltung wie das Geschehen im Kulturzentrum Lagerhaus oder der Lila Eule.

 

Ein Paradies für Sneaker-Fans und der erste Cut-and-go-Friseur

 

Auch für Shopping-Kings und -Queens bietet der Ostertorsteinweg eine große Vielfalt: Hier könnt ihr in Secondhand-Läden unverwechselbare Einzelteile erstehen, Klassiker finden oder die nächsten Trends erspähen. Besonders viel Spaß macht das Einkaufen bei „Kauf dich Glücklich“, das vom ausgefallenen Kleid bis zum schlichten Basic alles bietet.

 

Für Sneaker-Fans gibt es seit Kurzem eine neue Anlaufstelle: Bei „Glückstreter“ findet ihr in gemütlicher Atmosphäre und zwischen Gleichgesinnten die neuesten Modelle von adidas, New Balance oder Asics. Am Sielwall befindet sich mit „Schlüsselkind“ ein Geschäft mit coolen und individuellen T-Shirts aus fairem Handel. Direkt gegenüber befindet sich der Headhunter, Bremens erster „Cut-and-go“-Friseur, der mit Haareschneiden im Technotakt Furore machte.

Kaffee in Retro-Sesseln und Wein in einer alten Apotheke

 

Nach dem ausgiebigen Bummel knurrt euch der Magen? Dann habt ihr die Qual der Wahl: Italienisch, Spanisch, Amerikanisch, Asiatisch oder doch lieber frische Waffeln mit Kirschen? Egal, wonach ihr euch sehnt, hier ist die Auswahl groß. Unbedingt probieren solltet ihr die leckeren Tapas im Don Carlos, das cremige Eis aus dem Eislabor und die gute Pizza im Bellini.

 

Wer einfach das bunte Treiben beobachten möchte, setzt sich mit Kaffee und hausgemachtem Kuchen ins „Wohnzimmer“. Zwischen Retro-Sesseln, 70er-Jahre-Tapete und Getränkekarten, die in alte „Bravo“-Ausgaben eingelassen sind, könnte man hier ewig verweilen.

 

Wem der Sinn eher nach einem Gläschen Wein steht, dem sei schräg gegenüber das Engel empfohlen: Das Weincafé befindet sich in einer alten Apotheke und wurde erst vor ein paar Jahren komplett renoviert – von seinem Charme hat es aber nichts eingebüßt.

Das Eisen ist für seine ausgefallenen Schnapskreationen bekannt. Wer wirklich mutig ist, bestellt hier den legendären "Krabbel die Wand nuff".

Das Eisen ist für seine ausgefallenen Schnapskreationen bekannt. Wer wirklich mutig ist, bestellt hier den legendären „Krabbel die Wand nuff“.

 

„Krabbel die Wand nuff“ als krönender Abschluss

 

Am besten kann man den Tag nach Bummel, Essen oder Kultur im sogenannten „Bermuda-Dreieck“ ausklingen lassen. Zwischen Fehrfeld und Römerstraße reihen sich mehrere Kneipen aneinander, in denen gekickert, getanzt und gefeiert werden kann.

 

Unbedingt probieren müsst ihr den süßen Rhabarberschnaps im kultigen Heartbreak-Hotel, wo ihr meist bei schummerigem Licht und Retro-Klängen dicht an dicht steht. Auslassen solltet ihr auch auf keinen Fall das „Eisen“, das mit seinem urigen Ambiente und den legendären Schnapskreationen eine feste Größe in Bremens Nachtleben hat. Wer wirklich mutig ist, bestellt hier den berühmten „Krabbel die Wand nuff“.

Letztes Update: 18. Dezember 2013

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