Artikel aus "Rest des Lebens"

Hier lässt sich’s wohnen, Teil 2: Findorff

Die Altbremer Häuser in Findorff sind begehrte Immobilien.

Die Altbremer Häuser in Findorff sind begehrte Immobilien.

In einer dreiteiligen Serie stellen wir Euch Bremer Stadtteile vor, die bei Studierenden als Wohnquartiere beliebt sind. Dieses Mal geht es um den idyllischen und zuletzt deutlich verjüngten Stadtteil Findorff.

 

Rund 25.000 Bremer bewohnen den Stadtteil Findorff, der zwischen Hauptbahnhof und Blockland liegt. Die Nähe zur Innenstadt und die erschwinglichen Mieten locken besonders Studenten und Familien in dieses Wohngebiet, das von Altbremer Häuser und zahlreichen Baumalleen gekennzeichnet ist. Wir haben in unserem zweiten Stadtteilporträt das beschauliche Findorff unter die Lupe genommen und verraten euch, wo ihr den besten Flammkuchen bekommt, Konzerte in heimeliger Atmosphäre erleben könnt und warum Findorff mit zwei „F“ geschrieben wird.

 

Findorff, wo kommt das doppelte „F“ her?

 

Dorf wird doch nur mit einem „F“ geschrieben, denken sich viele angesichts der ungewöhnlichen Schreibweise Findorffs. Der Stadtteil verdankt seinen Namen dem Tischler und Moorkommissar Christian Findorff (1720-1792), der im 18. Jahrhundert die norddeutschen Moore trockenlegte und damit die Besiedlung ermöglichte. Aus dem Torfkanal samt Findorffer Torfhafen entwickelte sich der kleine, bescheidene Stadtteil Findorff. Zugegeben, lange wurde dieser etwas stiefmütterlich behandelt, doch die Zeiten sind vorbei: Immer mehr junge Leute und Familien ziehen in die Insellage und bringen neuen Schwung rein.

Einmal im Jahr ist in Findorff Ausnahmezustand: Beim jährlich stattfindenden Freimarkt stürzt sich zwei Wochen lang ganz Bremen in ein Vergnügen aus Fahrspaß, süßen Leckereien und Frühschoppen. Die dahinter liegenden Messehallen ziehen ganzjährig Fachpublikum zu den Messen an, die ÖVB-Arena lockt mit massenkompatiblen Showacts.

 

Direkt an der Bürgerweide befindet sich einer der wichtigsten kulturellen Veranstaltungsorte: der Schlachthof. Den Namen hat er von seiner früheren Funktion; später wurde er bis auf den Turm, den Kessel und die Magazinanlagen abgerissen. Der Kulturverein Schlachthof übernahm die „Reste“ und peppte das Gebäude mit modernen Elementen auf. Heute finden hier regelmäßig Lesungen, Parties, Sommerfeste und Konzerte statt – besonders Singer/Songwriter verzaubern hier in heimeliger Atmosphäre die Bremer.

Der Torfkanal war einst die Anlegestelle für Torfstecher, heute ist er ein beliebtes Ziel für Ausflüge ins Moor.

Der Torfkanal war einst die Anlegestelle für Torfstecher, heute ist er ein beliebtes Ziel für Ausflüge ins Moor.

 

Tante-Emma-Feeling auf dem Findorffmarkt

 

Die Hemmstraße im Herzen Findorffs ist die Flaniermeile des Stadtteils: Hier findet sich vom Elektrofachhandel über ein Schokoladenfachgeschäft bis hin zum Raumausstatter und gemütlichen Gastronomien alles, was der Findorffer braucht. Ein besonders schnuckeliges Lokal ist die Lilie, die Getränke, Speisen und Kultur vereint. Dort könnt ihr Weine aus ökologischem Anbau genießen, sonntags Tatort schauen und einen richtig guten Flammkuchen genießen. Für den Nachgang empfiehlt sich ein italienischer Espresso oder ein Spaghetti-Eis im belebten Eiscafé Cercenà, das sich gleich gegenüber befindet.

 

Bremenweit bekannt und beliebt ist der Findorffmarkt. Mit seinen exotischen Spezialitäten, regionalen Leckereien und seinem Tante-Emma-Laden-Feeling gehört er für viele zum Wochenprogramm. Dienstags, donnerstags und samstags kommen hier Bremer aus allen Stadtteilen, um frische Blumen, selbstgemachte Nudeln und Gemüse von regionalen Anbietern zu kaufen.

Mit einer Fläche von 203 Hektar das größte Naherholungsgebiet in Bremen: der Bürgerpark.

Mit einer Fläche von 203 Hektar das größte Naherholungsgebiet in Bremen: der Bürgerpark.

 

Das größte Bremer Naherholungsgebiet: der Bürgerpark

 

Der sonntägliche Flohmarkt auf der Bürgerweide gehört zu den größten seiner Art und lockt jedes Wochenende Tausende von Besuchern auf der Jagd nach Schnäppchen an. Händler aller Nationalitäten bieten hier ihre Schätze an: Antike Möbel, Schmuck sowie Kleidung und Accessoires, die das studentische Publikum dankbar mit nach Hause nimmt. Auch wer nichts kaufen möchte, wird seine Freude haben zuzusehen, wie die anderen um ein neues Möbelstück feilschen.

 

Wenn ihr genug vom Shoppen, Feiern und Karussell fahren habt, wartet mit dem Bürgerpark ein riesiges Naherholungsgebiet auf euch. Hier könnt ihr bei gutem Wetter eine Bootstour unternehmen, Minigolf spielen, Joggingrunden drehen oder einen Spaziergang entlang der Tiergehege machen. Der Bürgerpark ist imposante 203 Hektar groß und bietet viele alte Baumbestände, Wasserzüge und historische Sehenswürdigkeiten. Einen guten Kaffee trinkt man traditionsgemäß in der alten Meierei oder im Emma am See, das erst vor ein paar Jahren modernisiert wurde.

 

Übrigens:

In Teil 1 der Serie haben wir Euch den ein oder anderen Geheimtipp aus der Neustadt zusammengestellt – schaut hier.

Letztes Update: 20. November 2013

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