Artikel aus "Rest des Lebens"

„Freimaak“-Highlights für Erstis

Seit fast 1.000 Jahren wird in den letzten beiden Oktoberwochen in Bremen der Freimarkt gefeiert. Damit zelebriert die Stadt seit dem Jahr 1035 ihre Marktgerechtigkeit.

Seit fast 1.000 Jahren wird in den letzten beiden Oktoberwochen in Bremen der Freimarkt gefeiert. Damit zelebriert die Stadt seit dem Jahr 1035 ihre Marktgerechtigkeit.

Wenn in der Stadt der Geruch von gebrannten Mandeln in der Luft liegt und die Busse und Bahnen mit Fähnchen durch Bremen fahren, dann hat die fünfte Jahreszeit begonnen: der Freimarkt. Egal, ob euch das Volksfest schon seit eurer Kindheit begleitet oder ihr eigentlich noch gar nicht so richtig wisst, was es mit den Freimarktstagen auf sich hat – in diesem Jahr hält das Fest wieder einige Neuheiten bereit.

Es ist Sonntagabend und es regnet – typisches Bremer Wetter also und ein guter Anlass, um dem Freimarkt einen Besuch abzustatten. Auch die restlichen Hanseaten sind das feuchte Wetter gewöhnt, denn der Platz auf der Bürgerweide ist gut gefüllt. Gleich im Eingangsbereich werden die ersten „unmoralischen Angebote“ unterbreitet: der Duft von heißen Mandeln, würziger Lakritze und dampfendem Schmalzgebäck setzt Nadelstiche gegen jeden, der sich noch mit dem Gedanken trägt, den Pfad der gesunden Ernährung an diesem Abend nicht verlassen zu wollen.

Ein paar Meter weiter drängen sich ein paar Menschen um einen Stand und beobachten aufmerksam ein Pferderennen. Der Boden ist voll mit weggeworfenen Losen, die einen weißen Teppich bilden. Kinder mit großen Luftballons schlendern mit ihren Eltern über den Freimarkt, doch es ist Abend und langsam verlassen sie das 100.000 Quadratmeter große Areal hinter dem Bahnhof.

50 Fahrgeschäfte und ein buntes Partyprogramm in Halle 7

Seit fast 1.000 Jahren wird hier in den letzten beiden Oktoberwochen die fünfte Bremer Jahreszeit gefeiert. Bis zum 2. November steht die Stadt am Fluss für 17 Tage Kopf – und das im wahrsten Sinne des Wortes: Rund 50 Fahrgeschäfte sorgen dafür, dass wir für einen kurzen Augenblick vergessen sollen, wo oben und unten ist. Seit dem Jahr 1035 zelebriert die Stadt ihre Marktgerechtigkeit und pflegt damit eine der längsten Volksfesttraditionen. Am ersten Tag gibt es den traditionellen Fassanstich, den dieses Jahr Senator Ulrich Mäurer übernahm, und die Kür der „Miss Freimarkt“. Neben den Fahrgeschäften gibt es die Halle 7, die in der Freimarktszeit ein buntes Partyprogramm bereit hält – „Die Atzen“, Mickie Krause und ein Helene Fischer-Double sorgen hier für Stimmung.

Zurück zu den Fahrattraktionen: Das erste, was mir bei meinem Freimarktsbesuch ins Auge springt, ist der City Skyliner: Der mobile Aussichtsturm ist 81 Meter hoch und überragt damit sogar das Riesenrad. Hier könnt ihr in einer verglasten Kabine nach oben fahren und von dort einen 360-Grad Panoramablick erleben. Hoch hinaus geht es auch beim Fahrgeschäft „Alex Airport“: Der Riesenkettenflieger katapultiert uns in luftige 55 Meter Höhe. Angesichts der kleinen Sitze, bei denen Füße und Arme frei baumeln, habe ich die ganze Fahrt über ein mulmiges Gefühl. Wer sich nicht allzu sehr darauf konzentriert, genießt einen einmaligen Blick über den Freimarkt. Nach diesem Erlebnis muss ich meinen Magen erst einmal mit einer großen Portion Schmalzkuchen belohnen – die kleinen Gebäckstücke aus Hefeteig sind ein Muss auf dem Freimarkt.

Schmalzkuchen ist ein Muss auf dem Bremer Freimarkt. Die kleinen Gebäckstücke aus Hefe helfen übrigens auch nach einer rasanten Fahrt, den Magen etwas zu beruhigen.

Schmalzkuchen ist ein Muss auf dem Bremer Freimarkt. Die kleinen Gebäckstücke aus Hefe helfen übrigens auch nach einer rasanten Fahrt, den Magen etwas zu beruhigen.

Feuchtes Vergnügen im „Atlantis Rafting“

Mein Magen hat sich beruhigt, weiter geht’s also. Ich komme an einem Fahrgeschäft vorbei, das alleine durch seine Größe besticht: Neun Etagen verteilen sich auf 1.000 Quadratmeter. Hier bekommen die Besucher sogenannte Spektralbrillen, durch die sie Tornados und Vulkanausbrüche beobachten können. Auf weitere Höhenerlebnisse verzichte ich lieber und entscheide mich für ein anderes Fahrgeschäft, das dieses Jahr erstmals auf dem Freimarkt steht: „The black hole“. Die 420 Meter lange Indoor-Achterbahn ist im Inneren der Kuppel komplett dunkel und zwingt mich zu völliger Orientierungslosigkeit. Das schnelle Gefährt ist genau nach meinem Geschmack und ich teste mutig die nächste Freimarkt-Neuheit: „Atlantis Rafting“. Dabei handelt es sich um eine Wildwasserbahn, die man mittels eines runden Bootes passiert. Allerdings darf man nicht zimperlich sein: Man bekommt ordentlich Wasser ab. Genug für heute, aber ich komme wieder. Dann vielleicht mit Regenjacke – nur für alle Fälle.

Fotos: Insa Lohmann

 

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Letztes Update: 21. Oktober 2014

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