Artikel aus "Sparkasse"

Die schnelle Überweisung – und ihr Nachteil?

Online-Banking: bequem vom zuhause oder von jedem Computer mit Internetzugang. Quelle: Sparkasse Bremen

Online-Banking: bequem vom zuhause oder von jedem Computer mit Internetzugang. Quelle: Sparkasse Bremen

Wenn sich  der Turm aus Zalando-Paketen bedrohlich zur Seite neigt oder der Fußboden in der Wohnung mit Kartons von Amazon gepflastert zu sein scheint, dann ist die Zeit gekommen, um zu prüfen, ob denn die entsprechenden Rechnungen auch schon beglichen worden sind. Und welcher Weg erscheint dafür besser geeignet als gemütlich vor dem heimischen Rechner per Online-Banking?

 

Problematisch wird das Ganze nur, wenn die Ware schon fast zwei Wochen in der Wohnung liegt und man sich Sorgen machen muss, dass man mit

der Zahlung in Verzug geraten ist. Spätestens dann kommt die Frage auf:

 

Wenn ich das Geld sofort überweise – wie lange dauert es dann eigentlich, bis es beim Versandriesen ankommt?

 

Bis zum Jahr 2012 gab es dazu keine Gesetzesvorgabe und die Banken und Sparkassen konnten sich dafür bis zu drei Werktage Zeit lassen. Zu Gunsten der Kunden wurde aber 2012 der Paragraph § 675s des Bürgerlichen Gesetzbuchs verabschiedet, der die Dauer auf maximal einen Geschäftstag beschränkt.

Achtung: Dies gilt ausschließlich für den elektronischen Weg. Wird ein Überweisungsträger ganz traditionell abgegeben oder in das Postfach geworfen, so darf sich das Institut bis zu zwei Geschäftstage Zeit lassen.  Bei Überweisungen in eine Fremdwährung verlängert sich die Dauer sogar auf insgesamt vier Geschäftstage. Außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes besteht überdies keine zeitliche Beschränkung.

Bei allen Zahlungen muss man auf die Annahmezeiten der Bank achten.
Es reicht also nicht fünf vor Mitternacht die Zahlung abzuschicken, damit sie am nächsten Werktag da ist.

 

Aber warum war so eine Gesetzgebung in Zeiten von Highspeed-Datenübertragung überhaupt notwendig?

 

U.a. halten Banken immer eine größere Menge Geld bei der Zentralbank vorrätig – in Deutschland also bei der Bundesbank. Denn jede Überweisung wird letztlich über eine zentrale Stelle – in der Regel die Zentralbank – abgewickelt.

Durch die Überweisung gibt der Kunde einen Auftrag zur Übertragung eines gewissen Betrages an das gewünschte Zielkonto. Die Bank sammelt all diese Aufträge und versendet sie (mehrmals) täglich gebündelt an die Zentralbank.

Erfolgt eine Überweisung zwischen zwei Kunden, die bei der gleichen Bank sind, dann muss diese natürlich nicht erst über die Zentralbank laufen und kann direkt verbucht werden. Somit verläuft diese natürlich auch schneller.
Wird die Überweisung von einer Sparkasse an eine andere geschickt, so läuft auch diese nicht über die Zentralbank.

 

Innerhalb einer Bank geht’s noch schneller

 

Nehmen wir zum Beispiel an, dass zwei Freunde, die beide an der Uni Bremen studieren und beide als Aushilfe bei einem Spediteur tätig sind, auf ihr Monatsgehalt warten. Einer der beiden Studenten hat – genau wie der Spediteur selbst – sein Konto bei der Sparkasse. Sein Freund hingegen hat sich für einen Mitbewerber entschieden.

Der Student mit dem Konto bei der Sparkasse wird sein Geld in der Regel noch am gleichen Tag der Gehaltsüberweisung erhalten, denn auch in diesem Fall kann der Geldbetrag direkt ohne Zwischenstopp verbucht werden. Sein Freund wird sich noch einen weiteren Tag gedulden müssen, denn sein Geld geht erst den „Umweg“ über die Zentralbank.
Hierbei ist die Valuta (Zinsmäßige Berücksichtigung in beiden Fällen gleich: nämlich der Folgetag). Er sieht es zwar eher, aber mehr auch nicht. Hebt er es schon ab zahlt er im Zweifel Minuszinsen.

 

Nachteil: Weniger Zeit, Fehler zu korrigieren

 

Vom rein zeitlichen Blickpunkt aus vermag eine beschleunigte Überweisung in vielen Fällen eine freudige Gemütslage hervorrufen. Aber Vorsicht – auch hier gibt es einen kleinen Haken. Wenn sich der Fehlerteufel beim Eintippen einer Überweisung einschleicht, ist es seit 2009 nämlich nicht mehr möglich, Überweisungen zu widerrufen!

Sollte das Geld dann nicht „ins Leere“ gehen, sondern in eine fremde Tasche, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich mit diesem Menschen über dessen Finanzinstitut in Verbindung zu setzen und auf seine Kulanz zu hoffen. Es sei denn sie ist dem Empfänger noch nicht gut geschrieben. Eine schnellere Überweisung bedeutet in diesem Fall also: das Geld ist schneller weg.

 

Fristen ausnutzen, ohne sie zu vergessen

 

Kleiner Tipp: Damit zur Seite gelegte Rechnungen erst gar nicht in Vergessenheit geraten, können sogenannte Terminüberweisungen angelegt werden, bei denen man im Voraus bestimmt, wann eine gewisse Überweisung erfolgen soll. Besonders einfach, unkompliziert und schnell klappt das übrigens über das Online-Banking-Portal der Sparkasse Bremen:

https://finanzcenter.sparkasse-bremen.de/online_banking/login.html

 

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Zum Autor: Heinrich Weingart (22 Jahre) studiert an der Hochschule Bremen Betriebswirtschaftslehre im 5. Semester und macht derzeit ein Praktikum in unserer Marketingabteilung.
Letztes Update: 27. Mai 2014

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