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Ausflugstipp: Paddeln auf der Wümme

Ausflugstipp: Paddeln auf der Wümme

Die Ruhe des Flusses überträgt sich schon bald auf seine Befahrer. (Foto: U.Fischer / www.TouROW.de)

Warum weit reisen und viel bezahlen, wenn man sommerliche Aktivitäten direkt vor den Stadttoren hat? Mit dem Semesterticket spart man sich die Anreisekosten und kann sich schon in kurzer Zeit ordentlich Erholung verschaffen. Zum Beispiel auf der Wümme.

Die Wümme hat ihren Ursprung bei Niederhaverbeck in der Lüneburger Heide im Osten Niedersachsens. Vorbei an Scheeßel, Rotenburg und durchs Blockland fließt sie über 118 Kilometer gen Westen. In Bremen-Nord vereint sie sich mit der Lesum, die dann in die Unterweser mündet. Auf seinem gesamten Verlauf steht der Fluss unter Natur- und Landschaftsschutz. Die traumhaft schöne Umgebung ist auch bestens vom Wasser mit dem Paddelboot aus zu erkunden.

 

Mit eigener Armkraft

Keine Angst – wir verstehen unter Erholung hier nicht eine 118-Kilometer-Paddeltour mit viel Muskelkater und wenig Entspannung. Man muss ja nicht gleich den gesamten Flusslauf abfahren. Wenn man langsam unterwegs sein möchte, sollte man nicht mehr als acht bis zehn Kilometer pro Tag einplanen. Für eine Zwei-Tagestour bietet sich daher der Wümme-Abschnitt zwischen Lauenbrück und Rotenburg mit rund 15 Kilometern an, für drei Tage kann man auch in Rotenburg starten und nach gut 40 Kilometern direkt bei Bremen im Blockland wieder aussteigen. Die längere Tour erfordert also ein etwas höheres Tempo, ist aber immer noch gut zu bewältigen.

Mit dem Zug vom Bremer Hauptbahnhof fährt man nur 20 bis 30 Minuten nach Rotenburg. Nach Lauenbrück sind es 40 bis 50 Minuten. Entlang der Wümme gibt es zahlreiche Kanuverleiher, die Kajaks und Canadier anbieten. Ein vorheriger Preisvergleich lohnt sich.

Die Verleiher bringen die gewünschte Zahl von Booten an die vereinbarte Einstiegsstelle und holen sie am Ausstieg wieder ab. Dafür wird teils abhängig von den Orten eine Anfahrtsgebühr erhoben, die zur Leihgebühr hinzukommt. Manche bieten auch einen Inklusivpreis an, bei dem der Transport inbegriffen ist. Für zwei Tage muss man für ein Drei-Personen-Kanu um die 60 Euro inklusive Transport rechnen.

Boote für mehrere Personen

In einem Canadier finden zwischen zwei und vier Personen Platz. Man kann also etwa zehn Euro pro Tag, pro Boot und pro Kopf rechnen. Hinzu kommt der Preis für eine oder zwei Übernachtungen auf einem Campingplatz. Einige Campingplätze sind eigens für das „Wümmewandern“ angelegt. Mit den Kanus kann man direkt an den Plätzen anlegen, sein Zelt aufbauen und am nächsten Tag direkt wieder starten. Tipps zu Übernachtungen geben auch manche Bootsverleiher. Reservieren sollte man auf jeden Fall.

 

Auf dem Wasser

Von kräftig begrünten Böschungen vor neugierigen Blicken schützen lassen, ab und zu durch einen Vorhang aus tiefhängenden Baumästen gleiten, hier und da mal einen Blick auf die vorbeiziehende Landschaft werfen, vorsichtig die Füße ins erfrischende Wasser halten, vielleicht einen Eisvogel entdecken – es gibt unzählige Möglichkeiten, sich die Zeit auf dem Wasser zu versüßen. Dadurch, dass man flussabwärts fährt, reicht es an einigen Stellen aus, ab und zu mal ein wenig zu lenken. Die Gedanken passen sich schnell dem beruhigenden Fluss des Wassers an. Da bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich so richtig zu erholen. Nur an den Wehren müssen die Boote umgetragen werden. Dann heißt es: Kurz einmal aufwachen und mit anpacken. Nach ein paar Minuten kann man aber auch schon wieder weiterdösen.

 

Und was ist mit Kentern?

Ein bisschen Konzentration ist natürlich immer gefragt. Vor allem beim Ein- und Aussteigen kann die Bootswand schon mal der Wasseroberfläche gefährlich nahe kommen. Aber mit ein bisschen Gleichgewichtssinn lässt sich gut über das Wasser schippern, ohne dabei unfreiwillig baden zu gehen. Übrigens gilt auf Wasserstraßen ebenso wie im Autoverkehr eine Promillegrenze von 0,5 Prozent…

 

Verpflegung und Ankunft

Am Ausstieg in Rotenburg bzw. am Kuhsiel im Bremer Blockland gibt’s Verpflegungsmöglichkeiten, da kann man sich dann zur Belohnung etwas gönnen. In Rotenburg ist es außerdem gar nicht weit bis zum Bahnhof. Für die Tage unterwegs sollte man vorher realistisch eingekauft haben. In den Booten ist genug Stauraum und die meisten Verleihe liefern gleich auch noch wasserdichte Tonnen mit, in die sich auch Schlafsack und Co. verstauen lassen. Mit dem mitgebrachten Proviant kann man sich dann unnötige Ausgaben vor Ort sparen. Generell ist so ein Ausflug auf der Wümme also eine wahre Sommeraktivität. Wir sagen: Ahoi!

Die gesamte Wümme liegt im Naturschutzgebiet. Es gibt also viel zu entdecken, aber auch Regeln zu beachten. (Foto: privat)

Die gesamte Wümme liegt im Naturschutzgebiet. Es gibt also viel zu entdecken, aber auch Regeln zu beachten. (Foto: privat)

 

Kosten

Anfahrt: Sowohl nach Rotenburg als auch nach Lauenbrück mit dem Semesterticket kostenlos

Boote: Pro Kopf und pro Tag kann man hier in etwa 10 Euro rechnen

Verpflegung: Lebensmittel und Getränke im Supermarkt vorher besorgen, dann kann man gut gerechnet mit 10 Euro pro Tag und Kopf auskommen.

Übernachtung: Etwa zehn Euro pro Nacht auf dem Campingplatz.

 

Bei drei Tagen kommt man also mit gut 80 Euro gut über die Runden.

 

Links

www.wasserwandern-row.de

www.nordpfade.info

 

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Letztes Update: 28. August 2015

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